{"id":14455,"date":"2022-08-17T17:56:28","date_gmt":"2022-08-17T15:56:28","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?page_id=14455"},"modified":"2025-05-24T10:31:22","modified_gmt":"2025-05-24T10:31:22","slug":"die-steinkiste-von-hiddingsen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/hiddingsen.de\/?page_id=14455","title":{"rendered":"Die Steinkiste von Hiddingsen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_14462\" aria-describedby=\"caption-attachment-14462\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-14462\" src=\"http:\/\/localhost\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/DSC04727-600x259.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"259\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-14462\" class=\"wp-caption-text\">Das Steinkistengrab in Hiddingsen<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Gro\u00dfsteingrab, auch Steinkiste genannt, ist 18,6 m lang und geh\u00f6rt zum Typ Galeriegrab. Bei der Ausgrabung des Monuments 1934 waren die Platten bereits stark abgeschlagen. Zur ehemaligen H\u00f6he der Grabkammer k\u00f6nnen daher nur ann\u00e4hernde Aussagen gemacht werden. Von den 25 sichtbaren Steinplatten und Trockenmauerpackungen des Gro\u00dfsteingrabes geh\u00f6ren nur 9 zur urspr\u00fcnglichen Konstruktion. Unmittelbar nach der Grabung wurden fehlende Wandsteine erg\u00e4nzt, allerdings ohne diese zu kennzeichnen.<\/p>\n<p>Das Grab wurde 1934 bei Arbeiten am angrenzenden Kalksteinbruch durch den Soester Freiwilligen Arbeitsdienst entdeckt, der in 1930er &#8211; Jahren eingerichtet wurde, um der damaligen hohen Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken; 1933 wurde er von den Nationalsozialisten \u00fcbernommen. Bei der Ausgrabung legten Arch\u00e4ologen im Kammerinneren gro\u00dfe Mengen gut erhaltener menschlicher Skelettreste frei. Auff\u00e4llig war eine Ansammlung von 18 Sch\u00e4deln im nordwestlichen Kammerdrittel sowie eine Feuerstelle in diesem Bereich. Anhand der Oberschenkelknochen kann von mindestens 98 Bestatteten ausgegangen werden. Die 1939 ver\u00f6ffentlichte Untersuchung der Knochen geschah im Geiste der Zeit nach rassekundlichen Fragestellungen und ist dementsprechend vorsichtig zu betrachten. Das Hiddingser Skelettmaterial ging im Zweiten Weltkrieg verloren, sodass keine weiteren Untersuchungen m\u00f6glich sind.<\/p>\n<p><strong>Kultureller Austausch<\/strong><\/p>\n<p>Die in Hiddingsen festgestellte Beigabenarmut ist typisch f\u00fcr die Galeriegr\u00e4ber der Wartbergkultur. Neben einem Beil sowie einigen Klingen und Pfeilspitzen aus Feuerstein fanden sich nur 26 neolithische Keramikfragmente, sieben Anh\u00e4nger aus Tierz\u00e4hnen bzw. -knochen und ein Knochenpfriem. Bei den 13 trapezf\u00f6rmigen Pfeilbewehrungen handelt es sich um Artefakte, die auch in der n\u00f6rdlich benachbarten Trichterkultur \u00fcblich waren.<\/p>\n<p>Die Verbreitungsgebiete der beiden zeitgleichen Kulturen grenzten im Hellweggebiet aneinander. Die Funde im Hiddingser Grab zeugen von dem Austausch, der in diesem Gebiet zwischen den beiden Kulturgruppen stattfand. Die Verwendung von Maas-Feuerstein als Rohmaterial einiger Steinger\u00e4te belegt zus\u00e4tzlich den Fernhandel und Kontakte zu benachbarten Kulturgruppen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-14469 size-medium alignnone\" src=\"http:\/\/localhost\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/DSC04726-600x400.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-14468 size-medium\" src=\"http:\/\/localhost\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/DSC04725-600x400.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-14467 size-medium\" src=\"http:\/\/localhost\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/DSC04721-600x400.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein Gro\u00dfsteingrab der Wartbergkultur<\/strong><\/p>\n<p>In der Jungsteinzeit lebten Menschen in kleinen Siedlungen in Holzh\u00e4usern. Sie hielten Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen und bauten Getreide an. Zwischen 3500 und 2800 v. Chr. errichteten sie in Westfalen Gemeinschaftsgr\u00e4ber, in denen \u00fcber mehrere Generationen bestattet wurde.<\/p>\n<p>Der Bau eines Megalithgrabes mit Kalksteinplatten, seltener Findlingen, bedeutete genaue Planung und gro\u00dfen logistischen Aufwand mit vielen Menschen. Die eingetieften Grabkammern sind bis zu 30 Meter lang und konnten durch eine Wandstein mit \u00d6ffnung, dem sogenannten &#8222;Seelenloch&#8220;, betreten werden.<\/p>\n<p>Die Menschen der Wartburgkultur lebten im heutigen Westfalen, Nordhessen und Westth\u00fcringen. Die westf\u00e4lischen Gr\u00e4ber zeigen h\u00e4ufig Einfl\u00fcsse aus der benachbarten, ebenfalls Gro\u00dfsteingr\u00e4ber errichtenden Trichterbecherkultur. Typische Grabbeigaben sind Schmuck aus Tierz\u00e4hnen und Ger\u00e4te aus Feuerstein, seltener auch Gef\u00e4\u00dfe.<\/p>\n<p>Weitere Informationen zum &#8222;Weg der gro\u00dfen Steine&#8220; finden sie hier:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.altertumskommission.lwl.org\/de\/forschung\/megalithik\/\">https:\/\/www.altertumskommission.lwl.org\/de\/forschung\/megalithik\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Das Gro\u00dfsteingrab, auch Steinkiste genannt, ist 18,6 m lang und geh\u00f6rt zum Typ Galeriegrab. Bei der Ausgrabung des Monuments 1934 waren die Platten bereits stark abgeschlagen. 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